Katzen in Köln: Hier wird Tierschutz groß geschrieben

Durch die Straßen von Köln streunen viele Katzen, die keinen Besitzer haben. Der Katzenschutzbund und andere Einrichtungen des Tierschutzes kümmern sich um die Tiere und helfen ihnen mit verschiedenen Maßnahmen. Deshalb ist es sinnvoll, die Streuner an den entsprechenden Stellen abzugeben.

In Köln bekommen streunende Katzen von engagierten Tierschützern tatkräftige Hilfe

Nicht jeder sieht gleich auf Anhieb den Sinn darin, Straßenkatzen zu helfen. Die große Mühe, die sich der Tierschutzbund hier gibt, scheint manchmal eine Sisyphusarbeit zu sein. Dennoch lohnt sich der Einsatz auf jeden Fall. Ohne diese Unterstützung würden die Katzen ein leidvolles Leben führen, während sie in den Annahmestellen gut versorgt werden.

So selbständig die Katze auch manchmal wirkt: Sie braucht viel Zuwendung, vor allem, wenn sie das Leben auf der Straße nicht gewohnt ist. Die Anzeigen und Internetseiten vom Katzenschutzbund informieren die interessierten Leser über die entsprechenden Adressen. Zudem erfährt man hier Details über Katzen, die in Köln und der näheren Umgebung zur Pflege abgegeben werden sollen.

Leider gibt es immer wieder Menschen, die ihre Haustiere aussetzen, wenn sie diese nicht mehr versorgen möchten. (#01)

Leider gibt es immer wieder Menschen, die ihre Haustiere aussetzen, wenn sie diese nicht mehr versorgen möchten. (#01)

Woher kommen die herrenlosen Katzen, die durch die Straßen Kölns laufen?

Leider gibt es immer wieder Menschen, die ihre Haustiere aussetzen, wenn sie diese nicht mehr versorgen möchten. Hierbei handelt es sich teilweise um noch junge Kitten, die sich nicht zu helfen wissen und so relativ schnell verwahrlosen. Eine gepflegte Hauskatze kann sich auf der Straße ebenfalls nicht richtig durchsetzen und ist gewissen Gefahren ausgesetzt. Kämpfe zwischen Katzen sind hier an der Tagesordnung, zudem gibt es zahlreiche andere Tiere, die ein Risiko für die zahmen Katzen darstellen können, von streunenden Hunden bis zu Ratten.

Bei den verwilderten Katzen handelt es sich oftmals um früher zahme Haustiere, die sich an die Umgebungsbedingungen angepasst haben. Mit der Sauberkeit dieser ehemals reinlichen Tiere ist es dann jedoch nicht mehr weit her. Stattdessen verändert sich die Farbe des Fells, das zerzaust und schmutzig aussieht. Spätestens, wenn eine solche Katze erkrankt, ist es zu spät für eine Rettung.

In der Stadt Köln wird die Zahl der verwilderten Katzen auf rund 20.000 geschätzt. Die Tiere leben in den Hinterhöfen und auf stillgelegten Betriebsanlagen, auf Friedhöfen und in Schrebergärten. Zum Großteil handelt es sich um frühere Hauskatzen, die entweder ausgesetzt wurden oder weggelaufen sind. Oft sind diese Straßenkatzen durch Hunger und Krankheit extrem abgemagert. Auf Menschen reagieren sie scheu, manchmal sogar angstvoll. Dabei brauchen sie Hilfe, denn das Überleben ist für sie ein täglicher Kampf.

Video: Tag der offenen Tür im Tierheim Köln Dellbrück

Was der Tierschutz in Köln für entlaufene Katzen leistet

Die streunenden Straßenkatzen, die in Köln beim Katzenschutzbund abzugeben sind, werden hier zunächst medizinisch untersucht und ggf. kastriert. Dies ist der erste Schritt beim Kampf gegen die Not der Tiere. Gegründet wurde der Katzenschutzbund Köln, auch als Cat-Sitter-Club bekannt, im Jahr 1988. Mittlerweile arbeiten mehr als 800 Personen bei dem Verein, die sich um das Wohl der Tiere kümmern.

Bei der Organisation des Tierschutzes stehen die Pflege und auch die Vermittlung der Katzen im Vordergrund. Unter anderem können die Tiere im Rahmen des „Cat Sitting“ vorübergehend betreut werden. Des Weiteren haben die Katzenbesitzer und auch die Mitglieder die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Aufgaben und Erfahrungen auszutauschen.

Die wesentlichen Ziele beim Katzenschutzbund in Köln bestehen darin, ein zweites Zuhause für Kitten und erwachsene Katzen und Kater zu schaffen. Neben dem Katzenschutz arbeiten die Mitglieder auch im erweiterten Tierschutz mit und berücksichtigen hierbei auch die Umwelt. Frei lebende und verwilderte Katzen sollen geschützt und betreut werden. Hierzu zählt auch die medizinische Behandlung und Pflege von erkrankten Tieren, die je nach Gesundheitszustand kastriert werden oder eine besondere Nahrung bekommen.Die Einrichtung von bestimmten Futterstellen und die Vorbereitung von Schlafplätzen ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor.

Im Sinne der Aufklärung sorgen die Mitarbeiter vom Katzenschutzbund dafür, dass die Besitzer der Tiere über sämtliche wichtigen Details zur Katzenpflege und zur medizinischen Behandlung informiert werden. Üblicherweise werden die Kater und auch die Katzen in einem bestimmten Alter kastriert, damit die Vermehrung nicht überhandnimmt. Wissenswertes zur artgerechten Pflege erfährt man in einer Beratung, die sich auf alle Details zur Katzenhaltung bezieht.

Auch Infos zu den besonderen Kennzeichen der Katzenrassen sind bei den Experten erhältlich. Bei manchen Rassen ist ein genaues Hinsehen erforderlich, um festzustellen, ob es sich beispielsweise um britisch Kurzhaar oder um Kartäuser handelt. Auch Siam und Thai sind einander sehr ähnlich.

 

 Nach der Aufnahme und Erstpflege der Fundtiere vermittelt der Katzenschutzbund in Köln die Kitten und älteren Katzen an verantwortungsvolle Personen.(#02)

Nach der Aufnahme und Erstpflege der Fundtiere vermittelt der Katzenschutzbund in Köln die Kitten und älteren Katzen an verantwortungsvolle Personen.(#02)

Die Vermittlung von Katzen

Während verwilderte Katzen sich in einer solchen Einrichtung nicht zuhause fühlen würden, da sie ihre Freiheit brauchen, freuen sich die erst seit kurzen herrenlosen Tiere über eine solche Betreuung. Nach der Aufnahme und Erstpflege der Fundtiere vermittelt der Katzenschutzbund in Köln die Kitten und älteren Katzen an verantwortungsvolle Personen.

Hier kann man auf unkomplizierte Weise an eine edle Siamkatze kommen oder auch an einen britisch Kurzhaar Kater. Typ und Farbe des Tieres spielen hier allerdings oft nur eine zweitrangige Rolle. Stattdessen geht es darum, für die teilweise charakterstarken Tiere ein schönes Zuhause zu finden.

Bei einigen privaten Adressen kommen die sogenannten Gnadenbrotkatzen zur Ruhe, die sich aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr vermitteln lassen. Die tierfreundlichen Helfer unterstützen die Aufnahme und Vermittlung auch dann, wenn eine Katze privat abgegeben werden soll.

Der Auftritt der Tierschützer in Köln

Der Katzenschutzbund Köln klärt die Öffentlichkeit von heute immer wieder über die Risiken aber auch über die Chance auf. Hierzu gehört auch die detaillierte Information über die spezifische Art des Tierschutzes. Zum einen geht es darum, die unkontrollierte Vermehrung der frei herumlaufenden Katzen einzuschränken. Andererseits sprechen sich die Mitglieder vom Tierschutz gegen den kommerziell unterstützten Zuwachs aus. Diese angestrebte Kontrolle soll außerdem den übertriebenen Züchtungen entgegenwirken.

In diesem Zusammenhang steht heute auch die artgerechte Tierhaltung im Vordergrund. Unter anderem sind die Mitglieder des Katzenschutzbundes daran interessiert, Tierquälerei zu unterbinden, indem sie die strafrechtlichen Konsequenzen solcher Handlungen genauer aufführen. Auch das grundlose Töten der Tiere muss unterbunden werden, wofür sich die Tierschützer mit großem Engagement einsetzen.

Bei der Betreuung und Vermittlung von Katzen zeigen sich die Leute vom Katzenschutzbund sehr motiviert: Sie tun so viel, wie möglich ist, auch wenn sie wissen, dass sie nicht jedem Tier helfen können. In Anzeigen machen sie auf das Leid der Tiere aufmerksam und versuchen, die sozialisierten und gesunden Katzen zu vermitteln. Die hier abgegebenen Hauskatzen werden gefüttert, gepflegt und ggf. ärztlich behandelt. Diejenigen, die sich täglich damit beschäftigen, erkennen jede einzelne Katze an ihrer Farbe und Körperhaltung. Hier zeigt sich die intensive Beziehung zwischen Mensch und Tier besonders auffällig.


Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild:Vladimir Liverts-#01:Andrey Kuzmin-#02:aytuncoylum_

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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